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Shopware Nexus Architektur — Trigger, Workflow und Aktionen visualisiert
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Shopware Nexus: Was die neue Workflow-Plattform kann

Shopware Nexus ist eine native, event-getriebene Automatisierungs- und Integrationsplattform für Shopware 6, mit der Shop-Betreiber und Agenturen visuelle Workflows zwischen Shopware und Drittsystemen wie ERP, CRM, Slack oder S3 ohne eigene Codezeile aufbauen. Aktueller Status: Beta. Voraussetzung: Shopware 6.7.1.0+ und aktives Abonnement.

Was ist Shopware Nexus?

Shopware Nexus ist die neue Orchestrierungs-Schicht von Shopware. Sie löst ein Problem, das jede Agentur und jeder mittelgrosse Händler kennt: die teure, fragile Eigenentwicklung von Middleware zwischen Shop, ERP, CRM und Drittsystemen.

Die Plattform setzt auf drei Kernprinzipien:

  1. Event-getrieben — Shopware-Ereignisse (eine neue Bestellung, ein geänderter Lagerbestand, ein zeitbasierter Cron-Trigger) lösen Workflows aus.
  2. Visuell — die Workflows werden im Drag-and-Drop-Editor zusammengeklickt. Kein Code. Keine separate Entwicklungsumgebung.
  3. Wiederverwendbar — Templates lassen sich projektübergreifend einsetzen. Was Sie einmal bauen, nutzen Sie überall.

Shopware spricht in der eigenen Kommunikation von "Build Once. Reuse Everywhere." — und positioniert Nexus als Ersatz für die klassische Custom-Middleware. Laut Hersteller sinken die Integrationskosten dadurch um bis zu 40 Prozent. In Agenturkreisen zirkuliert eine Partnerbefragung mit deutlich höheren Werten — 46 Prozent geringere Integrationskosten und 73 Prozent weniger Entwicklungsaufwand. Wir halten beide Größenordnungen für plausibel: Die Hersteller-Sicht beschreibt den Durchschnittsfall, die Partner-Sicht das Best-Practice-Szenario mit konsequenter Workflow-Wiederverwendung. Welche Zahl Ihre Realität trifft, hängt davon ab, wie hoch Ihr Anteil an wiederkehrenden Integrationsstrecken heute ist.

Warum Nexus jetzt? Der Markt-Kontext

Wer in den letzten zehn Jahren Shopware-Projekte umgesetzt hat, kennt das Muster: Ein Shop wird gebaut, ein ERP angebunden, ein PIM integriert, ein CRM angeflanscht — und für jede dieser Verbindungen entsteht eigener, projektspezifischer Code. Beim nächsten Kunden beginnt das Spiel von vorne.

Branchenanalysen sprechen davon, dass über 50 Prozent des Projektaufwands in solchen Custom-Integrationen versickern. Bei unseren eigenen Kundenprojekten sehen wir denselben Effekt: 63 Prozent der IT-Budgets in mittelständischen Unternehmen fliessen in den Betrieb und die Wartung bestehender Systeme — und nicht in Wachstum.

Hier setzt Nexus an. Statt jede Integration neu zu schreiben, definieren Sie sie einmal als Workflow und versionieren sie wie Code. Die Integration wird damit zum Asset, nicht zur Belastung.

Strategisch bedeutet das für drei Stakeholder unterschiedliche Dinge:

  • Für Händler: weniger laufende Wartungskosten, schnellere Time-to-Market für neue Prozesse, weniger Risiko bei Shopware-Updates.
  • Für Agenturen: wiederverwendbare Workflow-Templates über Kunden hinweg, weniger Debugging-Zeit, höhere Marge bei Integrationsprojekten.
  • Für Shopware selbst: stärkere Bindung an die eigene Plattform, weniger Abwanderung in Richtung externer Integration-Platforms wie Make, n8n oder Zapier.

Shopware Nexus Funktionen im Überblick

Die Beta-Version umfasst vier Funktionsbereiche.

Shopware Nexus Editor: Demo-Workflow mit Trigger, API-Anfrage und E-Mail-Aktion auf der visuellen Canvas. Links die Knoten-Bibliothek mit Triggern und Aktionen, rechts der zusammengeklickte Workflow im Entwurfsstatus.

Der Nexus-Workflow-Editor: links die Knoten-Bibliothek (Trigger, Aktionen, Bedingungen, Ausgaben), rechts die Canvas mit einem zusammengeklickten Workflow. Hier verbindet ein Shopware-Ereignis-Trigger eine API-Anfrage mit dem Versand einer Shopware-E-Mail. Quelle: Eigene Visualisierung des Editors auf Basis der Beta-Version.

Trigger — was einen Workflow startet

Trigger-Typ Beschreibung
Shop-Ereignisse Reagieren auf Geschehnisse im Shopware-Shop: neue Bestellung, Statuswechsel, Kundenregistrierung, Lagerbestandsänderung
Zeitbasiert (Cron) Workflows laufen geplant — etwa täglich um 06:00 Uhr für eine Lagerbestands-Synchronisation
API-Trigger Externe Systeme stossen einen Workflow per API-Call an

Konnektoren und Aktionen — was ein Workflow tut

Bereits in der Beta-Phase verfügbar:

  • Microsoft Dynamics Business Central mit vollen CRUD-Operationen (Anlegen, Lesen, Aktualisieren, Löschen)
  • Shopware-API-Aufrufe für interne Datenoperationen
  • Slack-Benachrichtigungen für Team-Alerts
  • E-Mail-Versand für transaktionale und alarmbasierte Nachrichten
  • HTTP-API-Anfragen an beliebige externe Systeme
  • Amazon S3 für Dateispeicherung und -abruf

Die Konnektor-Liste wird laut Roadmap kontinuierlich erweitert. Für ERP-Anbindungen ausserhalb der Microsoft-Welt führt der Weg aktuell über generische API-Calls.

Logik und Datenverarbeitung — wie ein Workflow entscheidet

  • Conditional Logic mit If/Else-Verzweigungen
  • Datentransformation und Filterung zwischen Trigger und Aktion
  • Expression-Platzhalter mit -Syntax (vergleichbar mit Liquid- oder Twig-Templates)
  • Automatische Ereignisdatenzuordnung — Felder aus dem Trigger-Event stehen ohne Mapping in der Folge-Aktion zur Verfügung

Monitoring — was im Betrieb sichtbar ist

  • Workflow-Status (laufend, erfolgreich, fehlgeschlagen)
  • Verarbeitungsverlauf mit Einzelschritt-Logs
  • Kennzahlen zu Ausführungshäufigkeit und Fehlerquote

Was uns an dieser Stelle ehrlich gesagt fehlt: ein Alerting-Konzept für Produktivumgebungen (Pager, Webhook in externe Monitoring-Systeme). Für Beta nachvollziehbar — für den produktiven Einsatz ein offener Punkt.

Use Cases mit Praxis-Bezug

Drei Szenarien, in denen Nexus heute schon einen messbaren Hebel liefert.

1. Shopware ERP-Integration: Bestellsynchronisation Shopware → Business Central

Die klassische Shopware ERP-Integration ist heute der teuerste Posten in vielen Projekten. Eine neue Bestellung trifft im Shop ein. Nexus liest die Bestellung, prüft via Conditional Logic, ob der Kunde bereits im Microsoft Dynamics Business Central existiert, legt ihn bei Bedarf an, schreibt die Bestellung als Auftrag ins ERP und benachrichtigt das Vertriebsteam in Slack.

Bei einem Westfalia-Vergleichsprojekt — wir haben dort 2024 die gesamte Systemlandschaft in drei Wochen mit dem Shopware Accelerator neu aufgesetzt — hätte Nexus die Order-to-ERP-Strecke geschätzt 40 Prozent schneller in Betrieb gebracht. Statt eigenem Middleware-Service genügt ein Workflow.

2. Automatisierte Lagerbestands-Warnungen

Ein zeitbasierter Trigger läuft alle vier Stunden. Nexus fragt die Lagerbestände bestimmter A-Artikel ab, vergleicht sie gegen einen Mindestbestand und sendet bei Unterschreitung eine E-Mail an den Einkauf — plus eine Slack-Nachricht in den Operations-Channel.

Solche Routinen lösen wir aktuell bei Kunden wie Intersport im Smart Order Portal über eigene Services. Mit Nexus wird daraus ein Drei-Schritt-Workflow, den der Kunde bei Bedarf selbst anpassen kann — und der bei Shopware-Updates nicht ausser Betrieb gerät.

3. Reaktive Prozesse zwischen Shop und CRM

Bei einer Statusänderung — etwa "Retoure eingegangen" — schreibt Nexus den neuen Status in das CRM, triggert eine E-Mail an den Kunden mit der erwarteten Bearbeitungszeit und erzeugt im CRM eine Aufgabe für den Customer-Service-Agent.

Das Muster: Ein einzelnes Shop-Ereignis wird zur konsistenten Multi-System-Aktion. Genau das, wofür wir bisher individuelle Middleware geschrieben haben.

Shopware Nexus vs. Flow Builder

Beide Tools werden gerne verwechselt. Tatsächlich lösen sie unterschiedliche Probleme.

Aspekt Flow Builder Shopware Nexus
Scope Innerhalb von Shopware System-übergreifend
Anwendungsfall Bestätigungs-E-Mail bei Bestellung, Status-Mails, interne Aktionen ERP-Anbindung, CRM-Synchronisation, externe APIs, S3, Slack
Architektur Sequenziell, regelbasiert Event-getrieben, Workflow-basiert
Konnektoren Shopware-intern Drittsysteme + Shopware
Reuse Pro Shop Workflow-Templates über Shops und Kunden hinweg
Setup Direkt im Shopware-Backend Eigenes Nexus-Portal mit SSO

Kurze Faustregel: Flow Builder für alles, was innerhalb des Shops passiert. Nexus für alles, was den Shop verlässt oder von aussen in den Shop hineinwirkt. Beide schliessen sich nicht aus. In der Praxis werden sie sich ergänzen.

Voraussetzungen und Setup

Um Shopware Nexus heute einzusetzen, brauchen Sie:

  • Shopware 6.7.1.0 oder neuer
  • ein aktives Shopware-Abonnement

  • Beta-Zugang, der über Shopware aktiviert wird

  • Single Sign-On (SSO) für die Authentifizierung im Nexus-Portal

Die Aktivierung erfolgt im Shopware-Admin unter Einstellungen → Services. Anschliessend ist das Nexus-Portal unter nexus.shopware.com erreichbar.

Zur Lizenzierung und zu konkreten Kosten gibt es zum Stand dieses Beitrags noch keine öffentlich kommunizierten Preisstrukturen. Während der Beta-Phase ist die Nutzung an das bestehende Shopware-Abo gekoppelt. Wer den späteren Pricing-Punkt kennen will, hält am besten direkten Kontakt zum Shopware Account-Management — oder zu uns als Partner.

Was Shopware Nexus (noch) nicht kann

Wir sehen viele Beiträge zu Nexus, die ausschliesslich die Stärken nennen. Wer den richtigen Migrationspfad finden will, braucht aber die Limits — sonst wird die Beta-Bewertung zur Pitch-Übung. Hier die ehrliche Bestandsaufnahme nach dem ersten Hands-on:

  • Limitierte Konnektoren-Bibliothek. Wer SAP, Oracle, Salesforce oder branchenspezifische ERPs anbindet, arbeitet aktuell überwiegend mit generischen API-Aufrufen. Native Konnektoren werden nachgezogen.
  • Kein dediziertes Alerting für den Produktivbetrieb. Monitoring zeigt Status — die Eskalation in PagerDuty, Opsgenie oder eigene Alerting-Plattformen ist nicht out-of-the-box gelöst.
  • Versionierung und Stage-Management sind in der Beta begrenzt. Wer Workflows zwischen Test- und Produktivumgebung versioniert deployen will, muss aktuell Workarounds bauen.
  • Komplexe Datentransformationen (Aggregationen, Joins über mehrere Datenquellen) sind über die Expression-Sprache abbildbar, stossen aber an Grenzen, die spezialisierte iPaaS-Plattformen wie Workato oder MuleSoft nicht haben.

Unsere Einordnung: Nexus ist heute stark genug, um Standard-Integrationsstrecken zu ersetzen. Für Enterprise-Szenarien mit strengen SLA- und Governance-Anforderungen bleibt der Blick auf etablierte iPaaS-Werkzeuge sinnvoll — zumindest, bis die Roadmap diese Lücken geschlossen hat.

FAQ — Shopware Nexus

Was ist Shopware Nexus in einem Satz?

Shopware Nexus ist eine event-getriebene, visuelle Workflow- und Integrationsplattform für Shopware 6. Sie verbindet Shopware mit Drittsystemen wie ERP, CRM, Slack oder S3 und ersetzt klassische Custom-Middleware durch wiederverwendbare Workflow-Templates.

Wie funktioniert Shopware Nexus?

Ein Trigger (Shop-Ereignis, Cron-Zeitplan oder API-Call) startet einen Workflow. Im Workflow werden Daten transformiert, durch If/Else-Logik geleitet und an Konnektoren wie Business Central, Slack oder externe APIs übergeben. Der gesamte Aufbau erfolgt visuell per Drag-and-Drop, ohne dass Code geschrieben werden muss.

Welche Konnektoren bietet Shopware Nexus?

In der Beta-Phase verfügbar: Microsoft Dynamics Business Central (CRUD), Shopware-API, Slack, E-Mail, generische HTTP-API-Aufrufe und Amazon S3. Die Konnektor-Liste wird laut Shopware kontinuierlich erweitert.

Was kostet Shopware Nexus?

Während der Beta-Phase ist Nexus an ein aktives Shopware-Abonnement gekoppelt. Eine separate Preisstruktur wurde zum Stand dieses Beitrags noch nicht öffentlich kommuniziert. Konkrete Kosten lassen sich über das Shopware Account-Management oder einen Shopware-Partner klären.

Ersetzt Shopware Nexus den Flow Builder?

Nein. Flow Builder ist für Workflows innerhalb des Shops konzipiert (etwa Status-E-Mails). Nexus orchestriert system-übergreifende Prozesse zwischen Shopware und Drittsystemen. Beide Tools ergänzen sich — Flow Builder bleibt für Shop-interne Logik der richtige Weg, Nexus übernimmt alles, was den Shop verlässt.

Welche Shopware-Version brauche ich für Nexus?

Mindestens Shopware 6.7.1.0. Zusätzlich werden ein aktives Shopware-Abonnement und ein freigeschalteter Beta-Zugang benötigt.

Wann ist Shopware Nexus offiziell verfügbar?

Stand 2026-04-29 befindet sich Nexus in der Beta-Phase. Ein offizieller GA-Termin wurde von Shopware noch nicht kommuniziert. Beta-Teilnehmer beeinflussen die Roadmap aktiv mit.

Für wen lohnt sich Shopware Nexus?

Primär für Shopware-Händler mit ERP- oder CRM-Anbindung, für Agenturen mit mehreren Kundenprojekten (wegen der Workflow-Wiederverwendung) und für Operations-Teams, die Routinen automatisieren wollen, ohne ein eigenes Entwicklungsteam zu binden.

Wie best it bei Shopware Nexus unterstützt

Wir sind seit über 25 Jahren auf Digital Commerce spezialisiert. Shopware-Partner seit den ersten Tagen, Shopware Partner of the Year 2017, mehr als 200 umgesetzte Projekte — darunter Westfalia, Intersport, FC Schalke 04, MediaShop und ter Hürne.

Wir sind keine Agentur, die alles kann. Wir sind die Agentur, die das Richtige kann. Bei Nexus heisst das: dieselbe Logik, mit der wir den Westfalia-Rebuild in drei Wochen durchgezogen haben — keine Spielwiese, sondern messbare Ergebnisse.

Konkret heisst das für Sie:

  • Architektur-Review: Welche Ihrer bestehenden Custom-Integrationen lassen sich in Nexus überführen? Welche bleiben besser, wo sie sind?
  • Workflow-Design: Wir designen Ihre Order-, Lager- und Kundenprozesse als Nexus-Workflows — und dokumentieren sie so, dass Ihr Team sie anschliessend selbst weiterentwickeln kann.
  • Migration und Betrieb: Übernahme bestehender Middleware-Strecken in Nexus, inklusive Test-Strategie, Cutover-Plan und Application Management nach Go-Live.
  • Enablement: Workshops für Ihr internes Team, damit Nexus nicht zum nächsten Black Box, sondern zum verstandenen Werkzeug wird.

Wer in den nächsten sechs Monaten beginnt, liegt vor dem Markt. Wer wartet, baut weiter Custom-Middleware, die in zwölf Monaten als Altlast gilt.

Beratungsgespräch: Welche Ihrer Integrationen gehören in Nexus?

In einem 30-minütigen Erstgespräch klären wir, welche Ihrer aktuellen Shopware-Integrationen sich für Nexus eignen, wo Sie kurzfristig Wartungskosten senken können und welcher Migrationspfad zu Ihrer Roadmap passt.

Ihr direkter Kontakt: Beratungsgespräch anfragen

30 Minuten. Kein Pitch. Ergebnisoffen — auch wenn Sie sich am Ende gegen eine Zusammenarbeit entscheiden.

Lieber zuerst eine Bestandsaufnahme? Unser E-Com Readiness Check zeigt Ihnen in fünf Tagen, wo Ihr Shopware-Setup heute Geld verbrennt — und welche Hebel Nexus für Sie hat. Kostenlos und unverbindlich.

Turn tech into profit.

Nexus ist ein Werkzeug. Was es für Ihr Geschäft bedeutet, hängt davon ab, wer es bedient. Wir helfen, dass aus dem neuen Shopware-Service ein messbarer Beitrag zu Ihrem Wachstum wird — nicht der nächste Posten auf Ihrer IT-Wartungsrechnung.


Über den Autor: Manuel Strotmann ist CEO und Gründer der best it GmbH. Seit 2000 begleitet er als Digital-Commerce-Stratege Marken wie Westfalia, Intersport und FC Schalke 04 bei der Transformation ihrer Commerce-Plattformen. best it ist Shopware Partner of the Year 2017 und Mitglied der Agentic Commerce Alliance.

Quellen und weiterführende Links:

Stand: 2026-04-29. Nexus befindet sich in der Beta-Phase — wir aktualisieren diesen Beitrag bei wesentlichen Änderungen der Funktionsmenge oder beim offiziellen Release.